141 – Die Bombe tickt?!

chap019

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»Er wird nicht reden!«, Frederiksen fuhr zusammen, als ihn die Stimme von Angela Porter in den Rücken traf. Sie lehnte im Schatten an der Wand und beobachtete ihn wohl schon eine ganze Zeit. »Angela? Was macht ihr hier?« – Frederiksen schien hatte sichtlich Mühe, mit den Geschehnissen Schritt zu halten.

»Ich bin gekommen, um dich mal wieder rauszuboxen, Frederiksen! Dich kann man ja keine Minute alleine lassen – hast anscheinend schnell Anschluss gefunden. Wer ist die Kleine?«, er wusste nicht so ganz, wie er Angelas überaus flachsige Art deuten sollte, hatten sie sich doch zuletzt immer nur unter Extremsituationen getroffen. Von Washington nach Newark nach Niagara Falls nach San Francisco. »Das ist meine Tochter … aber für Wiedersehensfreude haben wir später Zeit! Wir müssen dringend mit einem Typen namens Jonas sprechen. Aber wo ist der Typ?« Das Mädchen neben ihm zupfte ihn am Arm und deutete durch die Fensterscheibe auf den Anfangdreißiger, der sich gerade diesen – wie war doch gleich sein Name gewesen – vorknöpfte.

»Das wird wohl noch eine Weile dauern«, fuhr Angela fort, »Ed ist ausgebildet, wenn er nicht reden will, dann wird er nicht reden. Die miese Bazille hat für Forbes eine Bombe mitgebracht, mit der er diese Anlage sprengen wollte!« Dass Forbes skrupellos sein konnte, hatte sie oft genug am eigenen Leib erfahren. Und früher hatte sie sich ja auch seinen Befehlen unterworfen, beispielsweise als sie Frederiksen unter Drogen gesetzt hatte. Sie schluckte. Doch es gab etwas, das sie noch viel mehr bewegte: »Etwas stinkt gewaltig! Es wirkt fast so, als würde er auf Zeit spielen und hätte noch einen ganz anderen Plan in der Hinterhand …« – Frederiksen hinkte in der Konversation immer noch kräftig hinterher: »Warte mal … Du sagtest Bombe? Hat das Ding einen Fernzünder? Konntet ihr es entschärfen?« Angela zuckte mit den Schultern: »Ich habe bis eben selbst unter dieser Lampe geschwitzt. Aber anscheinend fand dieser Jonas-Typ meine Geschichte glaubhaft genug. Ein Fernzünder macht keinen Sinn! Wir sind schließlich in einem Bunker und die Wände sind ordentlich dick! Aber irgendwas ist da noch. Er wartet auf etwas und hat es anscheinend gar nicht eilig damit …«

Frederiksen legte seine Stirn in Falten, allerdings wusste er als Biologe nicht wirklich viel über Sprengstoff und Bomben und so ein Ding entschärfen konnte er garantiert nicht! »Kann er es vielleicht anders zünden? Hat es vielleicht eine Zeitschaltung oder gibt es einen anderen Auslösemechanismus? Unvermittelt wurde Angela kreidebleich. Sie stand jetzt kerzengerade da und schien über etwas intensiv nachzudenken. Dann machte sie einen schnellen Satz nach vorn und hämmerte gegen die Scheibe, um Jonas zu signalisieren herzukommen. Dieser schaltete schnell und wechselte die Räume: »Was ist los? Was macht er hier?« – Bevor Angela loslegen konnte, stellte sich Erics Tochter vor den neuen Vorsteher: »Ich habe ihn hier hergebracht! Er möchte helfen!« – »Seinesgleichen haben schon genug geholfen!«, die Miene des jungen Mannes war finster und grimmig. »Das ist mein Vater und er möchte helfen … wir müssen die Situation beruhigen, um ihr wieder Herr zu werden! Und wir müssen mit denen da draußen reden! Es darf keinen Krieg zwischen unseren Völkern geben!«

Eric schluckte beeindruckt. Wie erwachsen das Mädchen war. Und er kannte noch nicht mal ihren Namen … Er konnte immer noch nicht begreifen, dass sie seine leibliche Tochter war. Doch dann drängte Angela sich nach vorn: »Jonas! Lassen Sie die Bombe herbringen, ich habe eine ganz schlimme Vermutung! Was ist, wenn die Bombe nicht nur den Zünder hatte, sondern auch schon scharf ist und auf eine automatische Detonation in ein paar Stunden eingestellt ist? Ich fürchte ich weiß, was Forbes vorhat! Bitte beeilen Sie sich! Das Ding geht vielleicht jede Minute in die Luft!«

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