140 – Mobilmachung

chap019

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Die letzten Stunden waren intensiver gewesen als die letzten 20 Jahre zusammen und doch fühlte er sich endlich wieder wie ein Fisch im Wasser. Und alle Spielfiguren waren genau da, wo er sie haben wollte. Angela, deren eigenmächtige Mission zum Bunker der Präsidentialen vorauszusehen gewesen war, hatte er einen eigenen Mann zur Seite gestellt, der einen taktischen Sprengkörper mit sich führte. Währenddessen hatte sich van Veidt, sein schlechtes Gewissen der alten Welt, endlich in den Schatten zurückgezogen und würde ihm nicht weiter im Weg stehen. Auch die Truppen der Südstaaten-Koalition und der neuen kalifornischen Republik waren fest unter seinem Kommando installiert und mit Applebloom war die letzte Spielfigur vom Brett genommen worden, die ihm noch hätte Schwierigkeiten machen können. Man könnte fast meinen, dass es zu einfach gewesen war, wären es nicht schon mindestens 10 Jahre, die er dieses Szenario vorbereitet hatte. Damals hatte er das erste Mal durch die Aufklärung von Präsident Fosters Vorstößen in Ruinen der alten Welt gehört und van Veidt dazu angeregt, selbst Missionen dorthin zu schicken, um längst vergessene Schätze zu bergen. Dass er die Missionen wunderbar zum Sammeln von Informationen nutzen konnte, schadete der Sache ja nicht.

Jetzt galt es nur noch, das Netz zuzuziehen. Sobald die Bombe im Herzen dieses Bunkers detonieren würde, würden die ersten Einheiten vorrücken und den Widerstand der Überlebenden brechen. Sollten sie auf nicht zu erwartenden Widerstand treffen, gab es ausreichend Verstärkung durch weitere Bodentruppen, als auch Flugzeugen und dank Thors Hammer auch den Dampfhammer, dessen Leistung jedoch nicht ausreichte, um einen tiefen unterirdischen Komplex zu knacken. Dafür gab es die Infanterie und die war bestens ausgerüstet und durch persönliche Verluste durch die Pflanzenangriffe der Purity-Züchtungen auch bestens motiviert. Ein klares Feindbild wirkte oft Wunder. So musste er die Einheiten nur bis zur Detonation der Bombe in Stellung bringen und den Bunker in sicherem Abstand umstellen.

Und dann hatte er sein Ziel erreicht und diese Sesselfurzer würden ihn nie wieder unterschätzen. Ihn in den Ruhestand zu schicken, war ein schwerer Fehler gewesen. Das Ende aller Dinge am Tag X hatte ihm die Chance gegeben zu zeigen, dass er es nicht verlernt hatte. Die neuen Vereinigten Staaten von Nord Amerika würden sich dann gegen die Pflanzen im Landesinneren immunisieren und das Land zurückerobern. Und wenn sie das noch zu seinen Lebzeiten schaffen sollten, hatte er seine Aufgabe erfüllt. Mit Kollateralschäden, aber die blieben bei einem Plan solchen Umfangs nicht aus. Um Angela tat es ihm am meisten leid. Sie war eine seiner Besten gewesen, aber seit sie sich mit diesen Wissenschaftlern eingelassen hatte, war sie emotional und weich geworden. Und Schwäche hatte in der schönen, neuen Welt keinen Platz.

Eben kam die Bestätigung, dass alle in 2 Stunden bereit sein würden. Und nach dem Feuerwerk im Bunker und der Auslöschung dieser selbsternannten Herrenrasse konnte er sich endlich den längst überfälligen Schlaf gönnen. Im Moment hielt ihn nur noch eine Menge Kaffee und seine eiserne Konstitution auf den Beinen. Er ließ den Blick über die Bucht schweifen, während er weiter an seinem Kaffee nippte und die kalte Nachtluft einatmete. Mit der heutigen Nacht hatte er seinen Platz in den Analen der Geschichte gesichert und den Namen General-Ade Martin Forbes unsterblich gemacht.

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