128 – Vorstoss zum Glaspalast

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Sie ließen das Boot am Pier 39 zurück und machten sich von dort aus zu Fuß in die Innenstadt auf. Ihr Ziel: das Trans American Pyramid Center. Einer der größten Wolkenkratzer der Stadt und ein guter Aussichts- und damit auch Ausgangspunkt für ihre Mission. Zu Fuß waren das nur knappe 25 Minuten. Angela hatte ausgerechnet, dass sie sicher mindestens 3-4 Stunden hatten, bis ihr Verschwinden auf der Insel bemerkt werden würde.

Die Stadt war – wie sie das schon in Washington, Newark und Niagara erlebt hatten, vom Dschungel verschlungen worden und der Asphalt war an vielen Stellen aufgeplatzt und von dicken Stämmen und Ranken durchwebt. Einige Stämme hatten sich durch auf den Straßen verwitterte Autos gebohrt. So oft Angela auch Krisengebiete betreten hatte, an das Maß an Zerstörung konnte und wollte sie sich nicht gewöhnen, auch wenn der Soldat in ihr sich nach außen hin nichts anmerken ließ.

Das Center war eine gigantische Glaspyramide, die sich in den Himmel über der Stadt reckte. Der letzte große Angriff hatte ihre Spitze abgerissen und in einen benachbarten Wolkenkratzer stürzen lassen. Von den einstigen 48 Stockwerken kamen sie immerhin noch bis zum 36. – bis das Gebäude abrupt abriss. Von hier aus konnten sie aber perfekt die Stadt überblicken. Zudem war die eingestürzte Kuppelstadt im Westen, die den Pflanzen letztendlich auch nicht standgehalten hatte, von dieser Position aus gut zu sehen.

Davor erstreckte sich der Uni-Campus der San Francisco State University – sicher ein guter Punkt, für weitere Nachforschungen. Schließlich hatte man sich in Newark auch auf dem Gelände der Universität breitgemacht, oder besser gesagt darunter. Sie würden hier mit Sicherheit auch einen weiteren Bahnhof, der an das gigantische, unterirdische Schienennetz angeschlossen war, finden. So war zumindest Angelas Hoffnung, denn dann müssten sie nur einen Zugang dazu finden und könnten sich quasi durch den Hintereingang in den Komplex vorwagen – der Vordereingang war durch die Verwüstung unpassierbar geworden.

»Und, irgendwelche Ideen?«, fragte Angela in die Runde. Während Zak sichtlich nervös und eingeschüchtert wirkte, war Ed wohl schon dabei, sich ein Bild der Gegend zu machen. »Also, so wie ich das sehe, wird das ein kleiner Spatziergang in Richtung Mission District. Wenn ich mich nicht irre, war irgendwo in der Montgomery Street eine Bahnstation, über die wir querfeldein bis in die Nähe eines möglichen Bunkers kommen könnten.« – »Schon mal hier gewesen?« Angela schaute ihn herausfordernd an. »Nein, nur vorbereitet … ach ja und hier …«, grinsend hob er einen Stapel Tourismusbroschüren auf, die wohl früher einmal in einem Spender an der Wand nahe dem Aufzug gehangen hatten. »Was für ein Zufall!«, scherzte sie zurück. In der Tat war es ihre stille Hoffnung gewesen, zumal keine von Zaks Satellitenkarten ausreichend tiefe Straßendetails aufgewiesen hatten. Auch wenn diese Tourismusbroschüre nur Anreisedetails zum Center enthielt.

Sie würden sich die Tunnel entlang vorarbeiten, und dort nach verdächtigen Abzweigungen suchen. Das Netz musste ja einen Zugang haben. Und sie waren froh, als sie endlich die verwüsteten Straßenzüge hinter sich lassen konnten. Im Untergrund gab es bessere Deckungsmöglichkeiten und sie konnten sich dank der Fackeln Licht machen. Dieses Mal würde Angela erst umkehren, wenn sie einen Zugang gefunden hatte!

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