110 – Am Vorabend von etwas Unaussprechlichem

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»Meine Herren, tragen wir doch einmal alles zusammen, was wir sicher wissen«, begrüßte Forbes die Runde, die neben van Veidt, Angela und Zak auch aus den verbliebenen Soldaten in van Veidt kleiner Privatarmee bestand. Außer den beiden Wachen am Tor waren wirklich alle hier und harrten gespannt der Dinge, die die Geheimdienstrecherche gebracht hatte. Der flackernde Lichtkegel des Beamers warf eine Satellitenkarte von Nordamerika gegen die schmutzige Wand der Flughafenbaracke: »Das hier ist eine kleine Übersicht, des Schadens, den der Angriff der Purity-Züchtung verursacht hat. Bitte, das nächste Bild«, jetzt wurden die Fronten farbig hervorgehoben und es wurde deutlich, dass praktisch 90% des ehemaligen Gebiets der Vereinigten Staaten völlig entvölkert waren.

»Waren wir vor der Katastrophe vielleicht noch Millionen, so sind nur noch Hunderttausende übrig. Die Südstaaten Allianz hat praktisch aufgehört zu existieren. Wir haben den Kontakt nur noch zu einigen kleineren Ortschaften aufbauen können, die wir in den nächsten Tagen per Luftweg mit Vorräten unterstützen werden. San Diego muss zwar auch wieder aufgebaut werden, aber wir haben noch gut die Hälfte der Gebäude in guten Zustand, der Rest wird in den wiedererrichteten Zeltstädten unterkommen. Viel wichtiger ist aber, dass wir wissen, dass Niagara Falls nicht die einzige Basis unseres Feindes war. Zak, übernehmen Sie?« – Forbes trat einen Schritt zur Seite, um dem dürren Ingenieur Platz zu machen. Dieser setzte eine ernste Miene auf und fuhr fort.

»Wir wissen, dass Purity ein Programm zu Bevölkerungskontrolle war. Uns fehlen zwar noch die Belege, es spricht aber vieles dafür, dass Purity für den Tag X verantwortlich war. Die Regierung wollte wohl die Ressourcen neu verteilen und eine Art Sintflut auslösen. San Francisco beherbergte als einzige Stadt im Nordwesten eine riesige Kuppelinstallation, die die Stadt vor dem Einfluss der Blütenpollen schützte. Wie wir bereits früh in dieser Woche erfahren haben, wurde die Kuppelanlage selbst von der Purity-Züchtung angegriffen und es schien, als sei die komplette Stadt verloren gewesen. Aber sehen Sie selbst!«

Das nächste Dia zeigte eine Aufnahme per Satellit bei Nacht und plötzlich schien die eigentlich tote Stadt doch noch an vielen Stellen beleuchtet. »Wir gehen davon aus, dass es entweder noch Bereiche gibt, die intakt geblieben sind oder aber dass die Anlage noch weiter in die Erde reicht, als bisher angenommen. Aus verschlüsselten Aufzeichnungen geht klar hervor, dass dort ein großer Forschungskomplex liegt, größer als die Labore in Boston, Washington und Newark zusammen.«

Das nächste Bild zeigte eine Wärmebildaufnahme von San Francisco, und auch wenn große Teile der Stadt kalt waren, konnte man klar mehrere bunte Punkte im küstennahen Bereich sehen. Zak kreiste diese Punkte mit einer Armbewegung ein und fuhr fort: »Hier sehen wir die wahrscheinliche Position der Anlage oder zumindest der übriggebliebenen Siedlung. Wir haben also einen guten Hinweis, wo wir nach Dr. Frederiksen suchen können.« Der Ingenieur zog sich wieder zurück und lehnte sich an eine der Wände, während Forbes nun wieder Platz in der Mitte übernahm.

»Wir warten gerade noch auf die letzten Satellitenbilder, aber wir müssen da hoch! Mit einer schlagkräftigen, aber kleinen und dynamischen Eingreiftruppe. Ein Satellitenlivefeed wird es uns ermöglichen, auch von hier aus Hilfestellungen zu leisten und den Verlauf der Mission zu überwachen. Wir hoffen, dass man die Purity-Züchtung nicht noch einmal so einfach von der Kette lassen kann. Also sollten Sie relativ freies Feld haben …«, Forbes Blick wanderte über die Gruppe, »Irgendwelche Fragen? Ja, Gunnery Seargant Porter?« – Angela blickte ihren Vorgesetzten herausfordernd an: »Wann treten wir diesen Arschlöchern endlich in den Hintern?«

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