100 – Die letzte Verteidigungslinie

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Als die Alarmsirenen in der Ferne losschrillten, war klar, dass es nur noch Minuten bis zum Angriff sein würden. Der Plan, das Signal mittels Antenne zu senden, hatte nicht funktioniert, zumindest fast nicht. Nach dem, was Zak Lamm berichtete, hatte es eine Reaktion gegeben, nur war das Equipment zerstört worden, bevor sie die Frequenz hatten feststellen können. Die Zeit reichte nicht, eine weitere Antenne zu präparieren, aber sie konnten versuchen, einen Satelliten über ihnen zweckzuentfremden. Seit dem Tag X schwirrten immer noch zahllose Satelliten in der Umlaufbahn umher, ohne noch einen Zweck zu erfüllen. Entweder waren ihre Besitzer nicht mehr da oder niemand nutzte die Dienste mehr.

Einige der Regierungssatelliten hatten sie schon erschlossen und nutzten sie als Augen, um Operationen von der Ferne verfolgen zu können. Jetzt galt es einen passenden Kommunikationssatelliten zu finden, den sie das Signal über der Stadt abstrahlen lassen konnten. Zugegeben, es war ein Plan, der aus der Verzweiflung geboren worden war, doch ihnen gingen langsam die Optionen aus und Aufgeben war definitiv keine. So hatte Forbes Zak für die Suche an ein Uplink-Terminal gesetzt und in der Tat befanden sich 3 Kommunikationssatelliten in der Nähe, die früher einige entlegenere Regionen mit Fernsehprogrammen versorgt hatten. Jetzt galt es nur noch, den nächsten der Drei auszurichten und mit dem passenden Signal zu füttern. Einleuchtend und einfach mochte man meinen, doch dabei war mehr Glück im Spiel, als Forbes lieb war.

Als Militär überließ er ungern irgendetwas einer höheren Macht, die er nicht beeinflussen konnte. Unterdessen hatte sich der verbliebene Trupp auf den benachbarten Hausdächern verteilt und sich bereit gemacht. Neben einem Standardgewehr mit Automatik hatte jeder noch zwei Macheten bekommen, für den wahrscheinlichen Fall, dass sie schnell in den Nahkampf wechseln mussten. Alle waren bereit, Flutlicht erhellte die Nachbarschaft und die Stimmung war bis zum Anschlag gespannt. Es war erneut still geworden und niemand wagte, auch nur laut zu atmen.

Und dann war sie da: die Purity-Züchtung. Vielmehr bewegte sich eine wuselnde Welle aus grünen Ranken aus der Dunkelheit auf sie zu. Forbes zögerte noch einen Moment, um sicher zu sein, dass die Pflanzen in Schussreichweite waren. Dann gab er den Befehl und die letzte Schlacht um San Diego begann. Sie mussten die Front so lange wie möglich halten und den Bewohnern und Zak so viel Zeit wie möglich verschaffen.

Wie zu befürchten war, halfen die Kugeln nicht viel, denn es war nahezu unmöglich diese sich peitschenartig bewegenden Ziele zu treffen. Und schon tasteten sich die grünen Fühler die Wände hoch und der Nahkampf begann. Währenddessen hämmerte Zak auf die Tastatur und wischte sich von Zeit zu Zeit den Schweiß von der Stirn, den der Druck und die Anspannung aus seinem Körper pressten. Dann war der Satellit ausgerichtet und er musste nur noch die Frequenz einstellen. Leider ließ ihn dieses System kein Skript schreiben, er musste die Frequenzen also per Hand umschalten. Er war so auf den Bildschirm und die Aufgabe fokussiert, dass er nicht sah, wie die Verteidigungslinie zu brechen begann und die Pflanzen ihm gefährlich nahekamen. Denn immer mehr und mehr Soldaten wurde von den wild um sich schlagenden Ästen erwischt. Die ersten Männer stoben von namenlosen Grauen gepackt davon, um ihre Leben zu retten, doch auch das half nichts.

Auch Forbes musste zurückweichen und sich einen besseren Rückhalt suchen. Sein Blick suchte in dem Chaos aus Schreien, Blut und abgetrennten Ästen nach Zak und seinem Terminal, doch konnte er nur noch sehen, wie der Techniker von einer Ranke getroffen und durch ein Dachfenster geschleudert wurde, wo er leblos liegen blieb. War der Kampf schon verloren?

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