097 – Was davor kam…

chap014

[…]

Als Forbes von van Veidts Penthouse kommend, aus dem Aufzug stieg und das Gebäude verließ, herrschte auf den Straßen von San Diego große Aufregung. Wer noch nicht einen sicheren Ort gefunden hatte, drängte Richtung Hafen oder zu den von der lokalen Regierung benannten Auffangsstationen. Der Angriff selbst mochte in den nächsten Minuten bereits beginnen, vielleicht hatten sie auch noch eine halbe Stunde. Ein Trupp Marines hatte den Eingang gesichert. Er wies sie an, ihm zu folgen.

Die Koordination der Evakuierung und der Verteidigungsmaßnahmen lief bereits, darum musste er sich nicht kümmern. Was bis jetzt versäumt worden war, würde jetzt auch nicht mehr funktionieren. »Corporal?«, wies er den Truppführer an, »Beziehen Sie und Ihre Männer auf dem Gebäude dort drüben Stellung. Von dort aus sollten wir einen guten Überblick über die nördliche Stadt haben. Wir brauchen vor allem Scharfschützen und Flammenwerfer. Und Trupp B soll die Gräben anzünden … sofort!«

Sie hatten in der Tat nicht mehr viel Zeit und die mussten sie nutzen, um sich eine gute Position zu verschaffen, um den Überblick zu halten, wenn es losging. Die Verbindung zum Antennentrupp war abgerissen, sie waren entweder noch beschäftigt oder die Pflanzen hatten die Vorstadt bereits erreicht. In diesem Fall würde es ein harter Kampf mit hohen Verlusten werden.

Langsam leerten sich die Straßen und es wurde unheimlich still. Weder Vögel noch Insekten waren zu vernehmen, man hätte die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören. Sie stiegen auf das Gebäude und bezogen Stellung. »Bekommen Sie etwas rein, Corporal?«, versuchte Forbes in Erfahrung zu bringen, doch der Corporal schüttelte den Kopf: »Nur weißes Rauschen, alle lokalen Sender sind tot!« – »Also gut, geben Sie mir ein Sturmgewehr!« So begann der letzte Widerstand also. Und die Hölle sollte ihn verschlingen, wenn er van Veidt nicht Lügen strafen würde. Kein Wimmern, kein Klagen! Er richtete ein letztes Mal das Wort an die ganze Truppe. Es mochten noch gut 30 Mann übrig sein: »Männer! Wir haben viele Städte fallen und geliebte Menschen sterben sehen. Wir haben uns in unseren sicheren Bau verkrochen, nur um zu erfahren, dass es keinen sicheren Hafen gibt! Aber viel wichtiger ist, dass wir eine der letzten Verteidigungslinien sind! Die Menschen von San Diego verlassen sich auf uns, dass wir nichts und niemanden südlich des Clairemont Mesa Boulevard kommen lassen! Das ist die Stunde, in der wir für unsere Werte eintreten müssen! Für alle Frauen, Kinder und Familien, die noch da sind! Für unseren Fortbestand als freies Volk! Und wir werden nicht eher weichen, bis das letzte dieser Monster aufgehalten wurde! Höre ich ein Amen?« – ein Zustimmendes »Sir, ja, Sir!« erscholl und alle machten sich bereit. Einmal mehr lag eine unheilige Stille in der Luft. Dann war es Forbes, als hörte er etwas in der Dunkelheit näher kommen.

Im nächsten Moment schoss ein Militärjeep um die Ecke und rauschte mit Vollgas in den Außenbereich eines kleinen Restaurants, riss Tische und Stühle mit und blieb mit quietschenden Reifen stehen. Ein aufgeregter Mann rannte über die Straße: »Van Veidt! Van Veidt, sind Sie da? Ich weiß es, verdammt! Ich weiß, wie wir die Dinger aufhalten können!«

[…]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *