091 – Momentaufnahme

chap013

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Zak Lamm schwitzte Blut und Wasser. Und wie ausgelutscht und überbeansprucht dieses Zitat auch immer sein mochte, hier passte es auf den Punkt. So hatte er sich beim Justieren der Antennen schon die Hände aufgerissen und die halbe Anlage vollgeblutet. Aber die Zeit war zu knapp bemessen, um jetzt herunterzuklettern und einen Verbandskasten aus dem Armee Jeep zu holen. Seine beiden Kollegen arbeiteten schon fieberhaft an den anderen beiden Türmen. Die Dreierkonstellation war südwestlich der Basis um 2020 herum in einem Dreieck aufgestellt worden.

Hier hatte man damals kurz vor dem Kollaps mit unterschiedlichen modernen Übertragungstechniken experimentiert und auch, wenn sie über die Jahre doch verwittert und von Gestrüpp umwuchert worden waren, schien die Technik an sich noch funktionstüchtig. Er selbst hatte hier in den Anfängen eine Zeitlang mitgeholfen, während er in San Diego stationiert war, frisch nach der Akademie. Heute spielte ihm das in die Hände, aber sie hatten über die letzten Tage und Wochen schon so viel Pech und Pannen gehabt, dass das Glück ihnen endlich einmal hold sein durfte. So zur Abwechslung mal.

Zwar hatte er von Frederiksen noch immer keine Frequenzdaten übermittelt bekommen, doch alleine schon, die drei Türme zusammenzuschalten und sendebereit zu machen, sollte schon ein paar Stunden in Anspruch nehmen. Und Zeit war ein Luxus, den sie schon längst hatten aufgeben müssen. Jetzt hieß es retten, was zu retten war. Und das in einem der heißesten Sommer, die San Diego seit Jahren gesehen hatte.

Er griff ächzend zu seinem Funkgerät: »Hey Dimitri, bist du so weit für einen ersten Test? Pete, wie sieht es bei dir aus?« In guten 600 Fuß Höhe musste man schwindelfrei sein. Zu seinem Glück hatte Zak damit nie ein Problem gehabt. Mit Verzögerung kamen die Rückmeldungen seiner Kollegen über den heißen Draht. Jetzt wurde es ernst! Ob die Leitungen die Spannung aushielten oder schon zu korrodiert waren?

Ein Countdown zählte von 5 herunter und Zak zog einen verrosteten Hebel nach unten. Eine Schrecksekunde später zuckte er vor einem Funkenschlag zurück, den die Konstruktion über seinem Kopf ausspie und … Heureka! Es funktionierte! »Wie viel Leistung messt ihr? Hier kommen gute 300 Kilowatt raus!« – die anderen Beiden meldeten ähnliche Werte zurück, nur der Powermeter von Dimitri war nur bei gerade 50 Kilowatt. Da musste wohl doch die eine oder andere Leitung in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Hier war er fertig. Er würde sich an den Abstieg machen und Dimitri bei der Analyse und Reparatur unterstützen.

Dann signalisierten ihm die Marines, die unter ihnen Wache hielten, dass es eine Nachricht vom Hauptquartier gab. Sie hatten den Kontakt zu Dr. Frederiksen zurückgewonnen und das bedeutete hoffentlich, dass sie ein paar Zahlen und Spezifikationen für ihn hatten … dieses Mal würden sie gegen die Pflanzen bestehen und sie zurückschlagen! Es wurde Zeit sich den Kontinent zurückzuholen!

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