087 – An die Oberfläche

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Das Gespräch mit Forbes als unbefriedigend zu bezeichnen, war wohl die Untertreibung des Jahrhunderts. Frederiksen kochte innerlich, wusste aber auch, dass in der augenblicklichen Situation kein Platz für ein verletztes Ego war. Forbes hatte ihn noch nie leiden können. Und der Fakt, dass van Veidt ihn in seinen Bestrebungen immer unterstützt hatte, half dieser schwierigen Beziehung nicht wirklich weiter.

Und während Porter langsam wieder zu Bewusstsein zu kommen schien, würde er Mayas Dokumente weiter analysieren. Es musste ja mit dem Teufel zugehen, wenn nicht der eine oder andere Hinweis hier versteckt war.

Die persönlichen Notizen seiner Frau beschloss er erstmal zurückzustellen. Dafür war hoffentlich später noch Zeit. Zuerst las er die angefertigten Studien zu einem Super-Antihistamin mit dem kryptischen Namen Thioperadon H5 Gamma, der später unter den geläufigeren Namen Shangrilla bekannt wurde. Es schien, als seien auch die nicht weiter verfolgten Alpha und Beta Varianten als Droge im Umlauf gewesen. Dabei war die berauschende Endorphin Überproduktion ein Abfallprodukt, dass aber die Verbreitung gerade in urbanen Gebieten massiv erhöht hatte. Das Endergebnis hätte als Pulver über die Luft verbreitet werden sollen. Am Ende begrub der Präsident jedoch das Projekt zugunsten eines Alternativplans mit dem Codenamen Arche.

Weiter fand Frederiksen einige Unterlagen zur Purity Züchtung, die ganz klar auf seiner eigenen Forschung im Rahmen von Projekt ReGenisis basierte. Maya musste, kurz nachdem das Projekt beendet worden war, eine komplette Kopie seiner Dokumente angefertigt haben. Dazu kam ein separat vorbereiteter Katalysator, der für eine explosionsartige Verbreitung der Züchtung sorgte, so dass sie binnen eines Jahres die meisten anderen Pflanzenvorkommen ersetzt hätte. Ein sehr aggressives Vorgehen, dessen sich einige im Allgemeinen hin als Unkraut bezeichnete Wildwüchse bedienten, um sich fortzupflanzen und auszubreiten. Also genau das, was auf dem amerikanischen Kontinent gerade geschah.

Interessant war in jedem Fall, dass diese beschleunigte Entwicklung sich wellenförmig ausbreitete, bzw. nur für durchschnittlich 30 Minuten wirkte und die Pflanze danach wieder völlig passiv wurde. Sollte es ihnen also Gelingen, die Züchtung für mehr als 30 Minuten in Schach zu halten, hätten sie gewonnen. Von seinen bisherigen Begegnungen wusste er jedoch, dass das nicht so leicht werden würde. Feuer könnte vielleicht noch helfen, die Ausbreitung zu verlangsamen und, wie er schon vermutet hatte, Schallwellen auf einer ganz bestimmten Frequenz. Das musste wohl eine Sicherung sein, die Maya integriert hatte, für den Fall, dass das Wachstum außer Kontrolle geriet. Was immer Maya dazu getrieben hatte, bei diesem Wahnsinn mitzumachen, ein Rest Vernunft war ihr wohl geblieben. Das konnte ihnen jetzt wirklich den Allerwertesten retten!

Ihm war aber nicht klar, welchen Zweck diese ganze Operation haben sollte. Der Präsident hatte leider den Verstand verloren, Frederiksen konnte sich nicht vorstellen, dass es ihm wirklich um eine Apokalypse gegangen war. Dann war da auch noch dieses ominöse Projekt Arche, bei dem es sich wohl kaum um ein großes Schiff mit vielen Tieren handeln konnte. Jetzt erstmal griff er erneut zum Funkgerät, um Forbes über die Ergebnisse seiner Suche zu informieren, während der Hubschrauber schon wieder über der Lexington schwebte und zur Landung ansetzte.

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