063 – Was anderes, jetzt!

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[…]

Angela hatte erst Minuten vor dem entstellten Leichnam von Amy gekniet, bevor sie ihn dann doch mit einem Laborkittel abgedeckt hatte. Wie konnte sie so versagen? Amy hatte ihr vertraut. Niemand hatte ihr jemals vertraut, zumindest nicht auf einem persönlichen Level. Befehle auszuführen fiel für sie in eine andere Kategorie. Einer von Davis‘ Leuten hatte es ebenfalls geschafft und gemeinsam hatten sie den Raum untersucht, bis sie ein Klopfen von einem der Sicherheitsschotts gehört hatten. Mit vereinten Kräften hatten sie die massive Stahltür wenige Zentimeter aufgestemmt, weit genug, um sich dadurch in den Nachbarraum zu zwängen. Dort waren sie auf einen Frederiksen getroffen, der sich am Ende seiner Kräfte befand.

Obwohl Angela vorsichtig versucht hatte ihm von Amys Schicksal zu berichten, war er doch nicht aufnahmebereit genug gewesen, um zu erfassen, was das bedeutete. Umso besser, dachte Angela, er stand wohl unter Schock, und nach den letzten Ereignissen war sie kaum die Richtige dafür.

Was sollten sie jetzt tun? Die Verbindung zur Außenwelt war seit dem Angriff abgebrochen und die Anlage nur auf Notstrom. Außerdem befürchteten sie, die Ranken würden sie wieder angreifen, sollten sie die übrigen Tore einfach wieder öffnen. Sie sah sich erneut um. Konnte es Luftschächte geben, über die die Verbliebenen an die Oberfläche gelangen konnten?

»Wie sieht es mit den Luftschächten aus? Ich sehe da oben einen Einlass. Ist vielleicht einen Versuch wert …« – Sie sah die beiden anderen an. Während der verbliebene Soldat unschlüssig im Raum auf- und abging, hatte sich Frederiksen an einen der halb herausgelassenen Tresen gelehnt. »Das könnte eine Todesfalle werden. Wenn es einen Weg durch die Schächte hier rein gibt, findet die Pflanze diesen sicher. Wir wissen leider zu wenig über die Gründe, die dieses aggressive Verhalten auslösen. Je nachdem wie schmal der Luftschacht ist, gäbe es keine Fluchtmöglichkeiten. Ich würde eher vorschlagen, wir versuchen uns zum Aufzugsschacht durchzuschlagen und darüber zu entkommen!« – Angela sah ihn frustriert an. »Das sind 15 bis 20 Stockwerke. Bei Ihrem röchelnden Atemgeräusch bin ich mir nicht sicher, ob Sie das schaffen werden.« Ein sehr missmutiger Blick traf sie. »Und was meinen Sie? Wie ist eigentlich Ihr Name?« – der Soldat fuhr kurz zusammen. »Als ob Namen wichtig wären. Ich verrate ihn Ihnen, wenn wir das hier überleben! Ich würde die Flucht nach vorn antreten. Die Pflanze sucht sich jetzt ja einen anderen Weg, damit sollten wir einen freien Weg in die unterirdischen Tunnel haben. Lt. Davis wollte dem nachgehen und ist vielleicht auch noch dort. Außerdem waren das unsere letzten Befehle aus San Diego …«

Jede der drei Möglichkeiten hatten ihre Gefahren, aber auch ihre Chancen. Angela war sich immer noch unsicher, was sie tun sollten. Sie wusste nur, dass sie sich schon sehr bald würden entscheiden müssen.

[…]

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