036 – Dinge die passieren…

chap008

[…]

Für den Moment war die Zeit nahezu zum Stillstand gekommen, als sich die Vordertür der Baracke langsam öffnete und sich eine dunkle Gestalt durch den entstanden Schlitz schob. Wie in Zeitlupe sah er den Marine in der Zimmerecke geistesgegenwärtig das Hauptlicht einschalten. Geblendet schrie der ungebetene Gast auf, während er sich sein Nachtsichtgerät vom Gesicht riss. Im selben Moment hatte sich ein anderer Marine auf ihn gestürzt und rang mit ihm um die Waffe, die er in der anderen Hand hielt. Im Taumeln riss der Eindringling am Abzug des Gewehrs, das er in der andere Hand hielt, und feuerte zwei Salven quer durch den Raum. Die Kugeln bohrten sich in die Couchlehne und Wand, zwei davon schlugen in van Veidt Schulter und rissen ihn von den Beinen. Noch immer hatte Frederiksens Verstand Schwierigkeiten mit dem Geschehen mitzuhalten und blieb zur Salzsäule erstarrt stehen – die Augen auf das gebotene Spektakel fixiert, während die Kinnlade nach unten klappte und ein Staunen den Mund verließ.

Im nächsten Moment spielte sich die Wirklichkeit wieder in Echtzeit ab und der Besucher war überwältigt. Und als man ihm die Kapuze vom Gesicht zog, schreckte Frederiksen zusammen. Er kannte diesen Mann sehr gut. Nur wenige Tage zuvor hatte er ihm bei vollem Bewusstsein den Arm vom Körper abgetrennt.

Die Basis war in hellem Aufruhr und ein Trupp Sanitäter brachte van Veidt auf einer Bahre aus dem Raum. Er hatte stark geblutet und war wohl auch nicht mehr bei Bewusstsein gewesen. Frederiksen flehte zum Himmel, dass sein Auftraggeber, Freund und Mentor ihn jetzt nicht im Stich lassen würde. Man brachte den Gast unterdessen in eine Verhörzelle und Frederiksen bestand darauf, hinter einer Spiegelglasscheibe der nun folgenden Befragung beizuwohnen. Er wollte wissen, was gespielt wurde. Wer wohl hinter dem Angriff stecken mochte. Zufrieden mit dem Ausgang würde er definitiv nicht sein.

Doch an diesem neuen Morgen würden sie kein Wort aus dem Söldner herausbekommen. Stattdessen bettete der nur Namen, Dienstgrad und Nummer der Einheit herunter, wie ein artiger Kriegsgefangener. Sie mussten ihn knacken! Frederiksen beschloss nach van Veidt zu sehen, der allerdings in einen tiefen Schlaf gefallen war, während die Ärzte versuchten, in einer Notoperation die Kugeln zu entfernen. Eine davon hatte wohl die Schlagader in der Armbeuge nur ganz knapp verfehlt. Glück im Unglück konnte man sagen. Alles andere war für den Moment vergessen: Amy, Angela, die verschollene Expedition nach Washington und ebenso die feindliche neue Partei aus dem hohen Norden. Ohne van Veidt stand die gesamte Mission vor dem Aus.

Dann nahm Forbes Frederiksen beiseite und redete auf ihn ein, machte ihm klar, dass das Beste, was sie jetzt tun konnten, war, dem Ursprung ihrer Besucher auf die Spur zu kommen. Die Ausrüstungsstücke, die sie bei sich trugen, waren nicht zurückzuverfolgen, wohl aber das Satellitentelefon, über das die gegnerische Einheit Befehle empfangen hatte. Und die schienen sie weder aus Washington bekommen zu haben, sondern aus von einem komplex der New York University, der Biologieabteilung. Damit stand das nächste Ziel fest und Forbes und Frederiksen bereiteten den nächsten Einsatz vor. Und diesmal würden sie alles aufbieten, was ihnen zur Verfügung stand. Kein Risiko mehr, keine weiteren Verluste. Sie hatten viel vor und wenig Zeit zur Vorbereitung. Nächstes Ziel: der große Apfel der Welt!

[…]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *